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Bis zu 10 Prozent innerhalb eines Jahres: In den Wiener Bezirken klettern die Mieten

 

Eine Mietpreis-Analyse der 23 Wiener Bezirke von immowelt.at zeigt:

  • In der Inneren Stadt müssen Wiener am meisten für ihre Wohnung bezahlen (16,80 Euro pro Quadratmeter), Donaustadt und Mariahilf folgen mit etwas Abstand
  • Aufstrebende äußere Bezirke: In Liesing sind die Mieten seit 2017 am stärksten gestiegen (+10 Prozent), hohe Preiszuwächse auch in Favoriten (+8 Prozent)
  • Die günstigsten Mietangebote gibt es in Hernals (12,40 Euro pro Quadratmeter) und Rudolfsheim-Fünfhaus (12,50 Euro)

 

Nürnberg/Wien, 28. März 2019. Die Wiener Bevölkerung wächst seit Jahren. In vielen Bezirken sind bezahlbare Wohnungen deshalb Mangelware und die Mieten steigen stetig. Am teuersten leben Mieter in der Inneren Stadt. 2018 werden Wohnungen dort im Median für 16,80 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das zeigt eine Mietpreisanalyse von immowelt.at. In dieser wurden die Gesamtmieten in den 23 Wiener Bezirken in den Jahren 2017 und 2018 untersucht. Seit 2017 sind die Mieten in der Inneren Stadt um 8 Prozent angestiegen. Vor allem das knappe Wohnungsangebot sowie aufwändig sanierte Altbau-Immobilien verteuern die Preise. Entstehen Neubauten, dann vor allem im Luxussegment. Für viele Mieter ist die Innere Stadt deshalb kaum mehr leistbar, sie weichen auf die umliegenden Stadtteile aus. Dies wirkt sich auch dort auf die Mietpreise aus. Mariahilf, Neubau und Margareten haben die 14-Euro-Marke bereits erreicht. Die zentrale Lage der Bezirke in Hochschulnähe und das gute Freizeitangebot macht sie bei Studenten und jungen Arbeitskräften beliebt, die um die wenigen kleinen Wohnungen konkurrieren. Denn die Bezirke sind bereits dicht besiedelt und Wohnbaureserven kaum vorhanden. Dies erhöht den Druck auf die Innenbezirke, weshalb die Mieten auch dort auf hohem Niveau weiter steigen.

Teures Transdanubien, Preissprünge an Wiens Außengrenzen

Da sie im Gegensatz zum Stadtkern noch über freie Flächen verfügen, sind die äußeren Bezirke und Transdanubien in den Fokus von Bauträgern gerückt. In Donaustadt herrschte in jüngster Vergangenheit deshalb ein regelrechter Bauboom. Die vielen neu entstandenen Wohnungen haben die Mietpreise kontinuierlich in die Höhe getrieben. Wohnungen im 22. Bezirk werden 2018 im Mittel für 14,70 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist der im Osten Wiens gelegene Bezirk der zweitteuerste. Der starke Preiszuwachs vergangener Jahre flacht 2018 jedoch langsam ab und verlagert sich auf die südlichen, bislang günstigen Rand- und Außenbezirke.

Am stärksten sind die Mieten in Liesing gestiegen: Innerhalb eines Jahres ist der mittlere Quadratmeterpreis für Mietwohnungen von 12,60 Euro auf 13,80 Euro geklettert. Mieter müssen im 23. Bezirk aktuell 10 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahr. Der südlich gelegene Stadtteil profitiert von zahlreichen Naherholungsgebieten und galt bislang als bezahlbar. Dies macht ihn vor allem für junge Familien und Zuzügler attraktiv. Die starke Preisentwicklung in Liesing lässt sich vor allem auf die rege Bautätigkeit im Wiener Randbezirk zurückführen, wodurch teure Neubauten entstehen. Im östlich von Liesing gelegenen Favoriten lässt sich eine ähnliche Entwicklung beobachten. Seit 2017 sind die Gesamtmieten im 10. Wiener Bezirk um 8 Prozent auf 13,40 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Preistreiber sind dort neben den neu entstandenen Wohnanlagen auch die hohe Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt. Denn der mit rund 200.000 Einwohnern bevölkerungsreichste Bezirk wächst jährlich um rund 4.000 neue Bewohner. Durch die Nähe zum Zentrum konkurrieren auch Studenten und junge Arbeitskräfte um bezahlbaren Wohnraum in Favoriten. 

Günstigste Mieten im Westen Wiens

Einige westliche Bezirke sind vom Mietenboom in Wien bislang ausgeschlossen und bieten noch die günstigsten Preise. In Hernals liegen die Mieten aktuell bei 12,40 Euro pro Quadratmeter, das sind 2 Prozent weniger als 2017. Der multikulturell geprägte Vorstadtbezirk Hernals besitzt jedoch durchaus Entwicklungspotential. Er profitiert durch seine unmittelbare Nähe zur Innenstadt und bietet dennoch eine ruhige Wohnlage. Außerdem soll das öffentliche Bahnverkehrsnetz weiter ausgebaut werden. Im südlich von Hernals gelegenen Rudolfsheim-Fünfhaus bewegen sich die Mieten auf annähernd gleichem Niveau (12,50 Euro). Ebenfalls für unter 13 Euro pro Quadratmeter werden Mieten in Ottakring angeboten (12,90 Euro).
 

Die Mietpreise in den 23 Wiener Bezirken im Überblick: 

BezirkGesamtmieten 2017 (pro m²)Gesamtmieten 2018 (pro m²)Veränderung
1. Innere Stadt15,60 €    16,80 € +8 %
2. Leopoldstadt13,10 €13,80 €+5 %
3. Landstraße 13,30€14,00€+5 %
4. Wieden           13,00 € 13,80 €+6 %
5. Margareten          13,20 € 14,00 €+6 %
6. Mariahilf14,00 €14,40 €+3 %
7. Neubau14,00 €14,20 €+1 %
8. Josefstadt13,20 €13,60 €+3 %
9. Alsergrund12,70 €13,40 €+6 %
10. Favoriten12,40 €13,40 €+8 %
11. Simmering12,30 €13,00 €+6 %
12. Meidling13,30 €13,40 €+1 %
13. Hietzing13,20 €13,60 €+3 %
14. Penzing12,50 €13,00 €+4 %
15. Rudolfsheim-Fünfhaus12,50 €12,50 €+0 %
16. Ottakring12,30 €12,90 €+5%
17. Hernals12,70 €12,40 €-2 %
18. Währing12,90 €13,40 €+4 %
19. Döbling13,70 €14,20 €+4 %
20. Brigittenau12,50 €13,30 €+6 %
21. Floridsdorf12,90 €13,30 €+3 %
22. Donaustadt14,10 €14,70 €+4 %
23. Liesing12,60 €13,80 €+10 %
Wien gesamt13,10 €13,70 €+5 %

 

Ausführliche Ergebnistabellen zu den 23 untersuchten Bezirken Wiens können hier heruntergeladen werden. 

Eine Grafik in druckfähiger Auflösung steht hier zum Download bereit.
 

Berechnungsgrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den 23 Bezirken Wiens waren 159.000 auf immowelt.at inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben den Median der in den Jahren 2017 und 2018 angebotenen Wohnungen und Häuser wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Die Mietpreise sind Gesamtmieten (Nettomieten inklusive Betriebskosten) bei Neuvermietung.